Eleonore Prochaska

1785 - 1813

1785 - 1813

Eleonore Prochaska – ein mediales Kunstprojekt von Beate Klompmaker

Es ist ein  modernes Denkmal für eine besondere Frau.  Es ist kein idealistisches Memorial, sondern eine kritisch zugewandte Hommage, bei der der Künstlerin besonders die Rollenbilder und Brüche in der Person Prochaskas interessieren.

Vor 225 Jahren, im März 1785, wurde Eleonore Prochaska in Potsdam geboren. Eine Taufurkunde wurde im Rahmen des Projektes gefunden, einige Historiker behaupteten allerdings  sie sei in Neukölln-Rixdorf geboren. Dies paßt zu der Mythenbildung, die nach dem versterben Eleonore Prochaskas eintrat. Während der Befreiungskriege gegen Napoleon schloss sich die damals 28jährige als Mann verkleidet dem Lützowschen Freikorps an, wurde im Kampf schwer verwundet und starb. Als patriotische Freiheitskämpferin wurde sie daraufhin als preußische Jeanne d’Arc” verehrt.

Vom 25. Juni bis 20. September 2010 zog Eleonore Prochaska im Rahmen eines medialen Kunstprojekts zu der 650-Jahrfeier Neukölln/Rixdorf in die Scheune eines Kolonistenhauses in der Kirchgasse 60 in Böhmisch-Rixdorf ein.
In einer Außeninstallation der Künstlerin Beate Klompmaker waren u. a. überlieferte intime Briefe, geschrieben von Eleonore Prochaska an ihren Bruder, und ein eigens für Eleonore Prochaska von Ludwig van Beethoven komponierter Trauermarsch hörbar.

Wohnung: Eleonore Prochaska, Kirchgasse 60, 12043 Berlin-Neukölln
U-Bahn Karl-Marx-Straße, U+S-Bahn Neukölln- Bitte bei Prochaska klingeln – Die Außeninstallation war täglich von 9-20 Uhr zu hören. (Dauer: 12 Min.) Freischaltung während dem Festival 48-Stunden Neukölln. Großwerbeplakat: Richardstraße 22 / Ecke Herrnhuter Weg (3 Gehminuten entfernt)

Stationen des Identitätswandels der anmutigen Eleonore Prochaska (Darstellerin Rita Braisch) waren in Form fotografischer Portraits auf Werbeträgern im Berliner Stadtraum, insbesondere in Neukölln, sowie in Köln und in Ústí nad Orlicí in Tschechien zu sehen.

Die Nachfahrin von Eleonore Prochaska  eLEOnore ist von Oktober bis Feburar 2011 im als Soldatin in Afghanistan im Militäreinsatz . Sie führt mit ihrem Bruder Johann einen Briefwechsel und schildert ihre Erlebnissen als Soldatin. Nach ihrem Einsatz ist sie wieder in Berlin angekommen und verarbeitet ihre Erlebnisse in Afghanistan auf ihre Weise -erst einmal gar nicht – und macht Reisen nach Serbien, Albanien und Rumänien.

Mit dem Projekt “Eleonore ist da – Bitte bei Prochaska klingeln” werden die Geschichten transportierenden Orte in Neukölln und die sozialen Realitäten des Bezirkes sichtbar und zum Sprechen gebracht. (Dr. D. Kolland)

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